Herzlich Willkommen im virtuellen Hussinetz-Strehlen-Museum!
 

Als einst vertriebener Zeitzeuge und nun als Museumsleiter möchte ich Ihnen ein schlesisches Phänomen mit unglaublich

vielen Facetten zugänglich machen und hoffe, dass Sie auch persönliche Bezüge entdecken, falls Ihnen Schlesien in

irgedeiner Weise am Herzen liegt.

 

Wenn Sie mehr wissen wollen über mich, so besuchen Sie doch bitte meine Seite http://www.drhdl.de.

 

Ihr Hans-Dieter Langer

 

 

                          

 

                                        

 

 

Ein Skandal!

Das nachstehende Foto stammt nämlich gemäß polnischer Inschrift vom 30. Oktober 2018. Es wurde in der Internetseite fotopolska.eu veröffentlicht und wir schreiben

heute das Jahr 2019.

 


 

In diesem über 150 Jahre alten Steinarbeiterhaus wurde ich am 13. März 1941 geboren, während mein Vater irgendwo in Russland kämpfte. Es steht auf keiner Liste der Kulturdenkmale, doch ist es eines der letzten Bauwerke aus deutscher Hand, das noch zu meiner Zeit auch von direkten Nachkommen böhmischer Migranten (z.B.
meine Mutter Frieda Langer, geb. Fleger) und schließlich von Polen bewohnt wurde.

Allein diese regionale Dreifaltigkeit der Nationen, deren hier ansässigen bzw. ansässig gewesenen Bürger mit Recht die Gegend als ihre Heimat bezeichnen, stempelt diese zu einer europäischen Kulturinsel ersten Ranges. Dazu gehören aber auch die kulturelle Pflege im Allgemeinen und der Denkmalschutz im Besonderen!

Der eigentliche Skandal ist nämlich die Tatsache, dass der bauliche Bestand dieses Hauses - inclusive dem historischen Originaldach (!) und abgesehen vom Giebelanbau - seit 70 Jahren nach unserer Vertreibung dem Verfall preisgegeben ist, obgleich noch heute die Eigentümer darin wohnen, und zwar zweigeteilt. Die Teilung wurde mit dem Anbau vor einigen Jahren vollzogen, so dass jede Partei einen eigenen Eingang hat. Rechts wohnt der Bruder, links die Schwester, die - man höre und staune - seither als Ortsvorsteherin das Dorf Gesiniec regiert, das früher im Gedenken an Jan Hus Hussinetz und zu Ehren von Friedrich dem Großen Friedrichstein hieß und bis dahin über 250 Jahre ohne Rathaus auskam.

Im 2. Weltkrieg kam dem Dorf eine besondere Rolle zu, denn dessen Teilung wurde mit einer verminten Hauptkampflinie vollzogen. Mein Geburtshaus avancierte zudem zum russischen B-Stellen-Vorposten, von dem aus die russischen Geschütze dirigiert wurden, die bis zum Kriegsende in der südlichen, von der Wehrmacht verteidigten Dorfschaft Haus für Haus zerstörten. Über die damit verbundenen persönlichen Ereignisse habe ich in meinem Buch „Wir spielten mit Minen und Granaten - der Untergang Schlesiens aus Hänschens Sicht“ ausführlich berichtet.
Heute möchte ich die Leser zu einem Besuch des Digitalen Hussinetz-Strehlen-Museums (www.hussinetz.de) einladen, in das man virtuell per Mausklick „eintreten“ kann, und zwar mitten durch dieses geschundene Gemäuer.

Hans-Dieter Langer, Niederwiesa

 

 

Das virtuelle Strehlen-Hussinetz-Museum im Internet

 

Ein Heimatmuseum gehört gewöhnlich in den Ort, um den es eigentlich geht. Flucht und Vertreibung haben jedoch alles relativiert. So gibt es zum Beispiel im heutigen Deutschland auf fremdem Standort so manche „Heimatmuseen“ oder „Heimatstuben“, die das untergegangene deutsche Schlesien betreffen:
http://www.schlesisches-museum.de/hst/dateien/Adressen.pdf

 

Zu Strehlen befindet sich eine Heimatstube in Herne:

http://www.bhg-strehlen.de/bhs.htm

 

Inzwischen haben jedoch deutsch-polnische Initiativen auch so manches museale Projekt auf dem Boden des heutigen polnischen Schlesien (Slensk) geschaffen. So wurde am 3. Oktober 2015 in Strzelin (früher Strehlen) in der ehemaligen Hospital-Kapelle (ul. Brzegowa 10) eine Ausstellung eröffnet, die der deutschen Geschichte der Stadt und ihrem Landkreis gewidmet ist. Das Vorhaben wurde maßgeblich durch die Bundesheimatgruppe Stadt und Landkreis e.V., Herne, gefördert und durch deutsche Bürger mit regionalen Wurzeln unterstützt.

 

Auch das Virtuelle Strehlen-Hussinetz-Museum hat seine Unterstützer. Es sind jene, die seit Jahrhunderten mit ihren Texten, Bildern und Gegenständen dessen Realisierung erst möglich gemacht haben. Den eigentlichen Fundus bilden nämlich Bücher, Zeitschriften, Notizen und Internetseiten, aber auch Auszüge aus privaten Sammlungen und Fotoalben sowie Abbildungen von Erinnerungsstücken. Ihnen allen sei an dieser Stelle herzlich gedankt!

 

Das Ausstellungskonzept berücksichtigt vor allem die historische Besonderheit, die sich für Strehlen/Strzelin aus der schicksalhaften Verquickung mit böhmisch-hussitischen Glaubensflüchtlingen ergeben hat, die Friedrich der Große im 18. Jahrhundert ins Land holte. Dann kam der 2. Weltkrieg mit der Vertreibung der Deutschen und der polnischen Neubesiedlung. Es ist daher gerade das Zusammentreffen der Deutschen, Böhmen und Polen im Kontext dreier ereignisreicher Jahrhunderte, was den besonderen Charakter der europäischen Kulturinsel Hussinetz/Strehlen mit den heutigen Namen Gesiniec/Strzelin ausmacht.

 

Etwa 22 deutsche, an zehn böhmisch geprägte und inzwischen schon drei polnische Generationen stellten somit im Gründungsjahr 2015 des Virtuellen Strehlen-Hussinetz-Museums berechtigt den Anspruch, dass die Region Strehlen/Hussinetz/Friedrichstein-Strzelin/Gesiniec ihre Heimat bzw. die ihrer Vorfahren ist. Insofern ist das einstweilen deutschsprachige, digitale Strehlen-Hussinetz-Museum keine rein deutsche, sondern eine internationale Angelegenheit und daher im Internet genau richtig angesiedelt. Und die digitale Exposition sollte im Laufe der Zeit - möglichst mehrsprachig - auch die Schicksale der Vertriebenen in den Aufnahmeländern sowie die polnische Nachkriegsgeschichte der Kulturinsel Gesiniec/Strzelin berücksichtigen. Es gibt ohnehin viel zu tun, und der Besucher der Internetseite möge dafür Verständnis haben, dass so manche Rubrik noch unbesetzt ist. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass hier jeder durch Zusendung von Exponaten bzw. ihren digitalen Kopien mitwirken kann.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Ihre finanzielle Spende könnte jederzeit das Niveau des Virtuellen Hussinetz-Museums verbessern.

 

Diese Art der digitalen Präsentation ist zwar einstweilen aus der Not geboren worden, doch sollte sich einst ein realer Standort finden, so wird man auch den dinglichen Exponaten eine Chance geben. Gegenwärtiger „Standort“ sind jedenfalls die Internetseiten www.hussinetz.de und www.drhdl.de, die vom Haus Ellen aus bedient werden, das sich in Niederwiesa, Talstraße 53 befindet. Menschen, die Beiträge leisten möchten, sind herzlich eingeladen. Die weiteren Kontaktdaten lauten wie folgt: Dr. Hans-Dieter Langer, Tel. 03726 721826, E-Mail langer@drhdl.de.

Haus Ellen in Niederwiesa/Freistaat Sachsen ist nach der Vertreibung aus Schlesien die neue "Heimat" geworden.

 

Hinweis: Unter "Hussinetz" gibt es jetzt die Adressliste des Dorfes zum Jahr 1935, unter "Schulen" die Schülerlisten der neuen Hussinetzer Schule (seit 1909) und unter "Gründer" finden Sie interessante Karten zu den "böhmischen" Dörfern! Bitte verwenden Sie dazu die Liste "Inhaltsübersicht", am linken Rand, unten.

 

Und hallo, Strehlener, es gibt jetzt unter "Strehlen" faszinierende Kartenwerke zu studieren!!!

 

Den Museen stehen in der Regel bauliche Hüllen zur Verfügung, die als Kulturdenkmale oft selbst zu den wichtigsten Exponaten gehören, weil die musealen Themen einen Bezug zum Standort oder sogar zu diesem Bauwerk haben. Nun, für das virtuelle Hussinetz-Projekt wünscht man sich vielleicht als Eingangssituation auch gern eine Haustür. Daher möchte der Gründungskurator des Hussinetz-Museums und Betreiber der Internetseite, Dr. Hans-Dieter Langer, in sein schlesisches Geburtshaus einladen. Das typische Steinarbeiterhaus  wurde um 1860 vom Urgroßvater Karl Friedrich Fleger (1836-1907) erbaut, der hier als Kohlehändler und Steinarbeiter firmierte. Die Tätigkeiten in den Steinbrüchen gehörten neben denen der Bauern und der Weber zu den frühesten und wichtigsten in Hussinetz. Hinzu kommen die zentrale Dorflage des Hauses auf der Höhe 198,7 (gemäß dem deutschen Messtischblatt) und seine ungewöhnliche Rolle im 2. Weltkrieg1).

 

In unserem virtuellen Museum können Sie alternativ über die obere Leiste oder die "Inhaltsübersicht" (Liste am linken Rand unten) oder über die verlinkten Bilder in der jeweiligen Seite oder über die Suchfunktion stöbern. Viel Spaß und Erfolg!

 

Also, treten Sie ein in unser Hussinetz-Strehlen-Museum! 

 

 
In diesem Steinarbeiter-Haus in der geografischen Mitte von Hussinetz/Friedrichstein/Gesiniec,
das wir virtuell als das Strehlen-Hussinetz-Museum definieren, ist das Geburtshaus des Kurators.
1)

 

 

  1) Langer, H.-D.: Wir spielten mit Minen und Granaten - Der Untergang Schlesiens aus Hänschens Sicht, auch als E-Book, Books on Demand GmbH, Norderstedt       (2015): /data/_uploaded/file/Werbung%20Minen.pdf (siehe die Leseproben zum Thema "Schlesische Weltkriegstrilogie" in der Museumsabteilung "Hussinetz" - "Hussinetz-Literatur: Die neue Zeit"